Bonhoefferzentrum
Galerie
Galerie
Galerie

 

Was macht ein christl. Leben aus?

____________________________________________________________________________

 

Was macht ein christliches Leben aus?
 
Verschiedene Antworten auf eine Frage

 

Ein Leben aus Gnade ...

Für mich bedeutet das, sich von dieser Leistungsgesellschaft nicht anstecken zu lassen, in der nur der etwas wert ist, der auch etwas leistet, sondern das eigene Selbstwertgefühl aus anderen Quellen zu schöpfen. Aus dem Gegenüber zu Gott, der uns Menschen annimmt, weil er uns liebt, selbst wenn wir das Falsche oder vielleicht auch einmal gar nichts tun.

 

Sein Leben nicht dem Hass oder der Wut opfern ... 

In der Bibel heißt es, Gott ist die Liebe (1. Joh. 4,16). Von daher heißt für mich an Gott zu glauben, immer wieder zu versuchen, in diese Liebe einzutauchen und etwas davon in mein Leben hinüberzunehmen. Dazu gehört es, den Hass und die Wut in einem selbst loszulassen. Denn wie können wir Gott lieben, wenn wir unseren Nächsten und unsere Nächste hassen?

Sich an Jesus orientieren ...

Ich bin das Licht der Welt, sagt Jesus im Johannesevangelium (Joh. 8,12). Jesus hat damals mit dem, was er getan und gesagt hat, vielen Menschen Hoffnung und Mut gemacht. Sein Vorbild wirkt für mich bis heute. Und auch wenn mir seine Fußstapfen regelmäßig zu groß sind, lohnt es sich, ihm und seinem Weg zu folgen.


Die eigenen Vorurteile überwinden ...

"In Christus ist weder Mann noch Frau, weder Jude noch Grieche, noch Herr oder Knecht." So beschreibt der Apostel Paulus im Galaterbrief (Gal. 3,28) die Gemeinschaft der ersten Christinnen und Christen. Er durchbricht mit diesen Worten alle gängigen Vorurteile seiner Zeit, in der genau unterschieden wurde, wer zum heiligen Volk der Juden gehörte und wer nicht, wer ein freier Mensch war oder ein Sklave, ein Mann oder eine Frau. Bei Jesus ist das alles anders, sagt der Apostel Paulus und fordert mich damit auf, meine Vorurteile zu überprüfen. Denn von Gott her ist jeder Mensch als Ebenbild Gottes erschaffen. Wer bin ich dann, dass ich einige Menschen manchmal höher schätze als andere?

 

Seine eigenen Fehler zugeben ...

Niemand ist perfekt. Das wei jeder. Und doch fällt es vielen schwer, "Entschuldigung" zu sagen. Warum fürchten wir uns so sehr, unsere "weie" Weste dadurch zu beflecken, dass wir uns entschuldigen? "Gekleckert" haben wir doch schon vorher. Dies heißt für mich, dass ich mich bemühe, den Mut aufzubringen, auch vor anderen zu den eigenen Fehlern zu stehen. Schlielich leben wir alle von der Vergebung. Und jede Schuld, die wir verschweigen, vergiftet nur das Miteinander.

 

Was denken Sie? Was macht ein christliches Leben aus?

Die Antwort auf diese Frage geben wir jeden Tag neu. Sie und ich. Jede und jeder von uns. An manchen Tagen gelingt uns dies besser. An anderen Tag nicht. Doch zum Glück fängt spätestens Morgen ja ein neuer Tag an.


                                                                                                                Pfr. Paul Wassmer