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Was macht der Heilige Geist

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Was macht eigentlich der Heilige Geist?
 
Verschiedene Antworten auf eine Frage

 

Er führt zusammen ...

Einsamkeit ist heutzutage für viele Menschen ein großes Problem. Die Ängste, auf andere Menschen zuzugehen, nehmen dabei in unserer Gesellschaft immer mehr zu. Doch tut es uns Menschen nicht gut, allein zu sein. Aber was soll man dagegen tun?
 
Als damals die ersten Christinnen und Christen zum Wochenfest nach Jerusalem kamen, fühlten sie sich dort auch allein und von Gott und der Welt verlassen. Doch dann - so erzählt die Apostelgeschichte (Apg. 2) - wurde plötzlich alles anders. Wie ein Sturm fuhr ein Wind durch das Haus und trieb sie nach drauen. Und sie lieen sich treiben. Was hatten sie auch schon zu verlieren, auer ihrer Angst?
 
So machten sie ihren Mund auf und spürten plötzlich, es ist ja gar nicht so schwer, etwas zu sagen. Ja, die Worte flogen ihnen von allen Seiten zu, so dass sie selbst mit Menschen Kontakt aufnahmen, die aus ganz anderen Ländern kamen. Und auch wenn einige über sie lachten, so lieen sie sich davon nicht beeindrucken. So fanden sie neue Freunde und die Zeit der Verlorenheit und Einsamkeit war für sie zu Ende.

... er macht mutig.
    
 "Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht ...", so heißt es im zweiten Timotheusbrief (II. Tim. 1,7). Diese Befreiung von den eigenen Ängsten war eine zentrale Erfahrung der ersten Christinnen und Christen. Sie sagten sich: "Nicht unsere Ängste sollen über unser Leben bestimmen, sondern Gottes Geist. Der Geist der Kraft, wie er im zweiten Timotheusbrief genannt wird, der Geist der Besonnenheit und der Liebe. Denn mit Besonnenheit und Liebe lässt sich viel mehr erreichen, als mit Angst.

... er macht frei.
    
Es heißt, Gottes Geist weht, wo er will. Er lässt sich nicht einfangen, weil die Freiheit selbst ein Teil seines Wesens ist. So schenkt dieser Geist auch uns Menschen Freiheit, so wie es der Apostel Paulus im zweiten Korintherbrief schreibt: "Der Herr ist Geist. Wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit." (II. Kor. 3,17). Darum passt auch jede Form von Unterdrückung, Duckmäusertum oder Gedankenverboten nicht zu dem Geist, der mit seiner Kraft Himmel und Erde erfüllt.

  ... er hilft uns, die Wahrheit zu finden.
 
"O komm, du Geist der Wahrheit...", so heißt es in dem wohl bekanntesten evangelischen Lied zu Pfingsten. Es nimmt Bezug auf eine Stelle im Johannesevangelium (Joh. 14,17), in dem der Geist als Geist der Wahrheit bezeichnet wird. Doch was ist Wahrheit?, so fragt schon Pontius Pilatus im Johannesevangelium. Und wo ist diese Wahrheit in unserer heutigen Welt zu finden, in der die Menschen ihre Fehler gern voreinander verstecken und so dazu beitragen, dass die Wahrheit Stück für Stück verlorengeht? Es brauchte ein Gespür für die Wahrheit, sagen viele. Wie auch die Fähigkeit, manchmal auch zwischen den Zeilen zu lesen. Zu beidem hilft uns der Geist Gottes, indem er unsere Sinne stärkt und uns als moralischer Kompass dient für richtig und falsch, so dass wir die Mastäbe in unserer Welt nicht verlieren.

  ... er führt uns hin zur Liebe.
 
Es gibt viele Gaben, aber nur einen Geist, sagt der Apostel Paulus im ersten Brief an die Korinther (I. Kor. 12,4). Dieser Geist führt uns zu einem Leib zusammen, zu dem wir alle gehören. So sind wir alle Teil des einen großen unsichtbaren Leibs Christi.
  Dabei können wir mit unseren unterschiedlichsten Gaben etwas dazu beitragen, dass es diesem Leib gut geht. Der Weg dazu ist die Liebe. Denn sie allein hilft uns, nicht gegeneinander, sondern miteinander zu leben. Und eben dazu stärkt uns Gottes Geist.

                                      Pfr. Paul Wassmer